Prof. Dr. rer. nat., Dipl.-Psych., Sektionsleiter

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E-mail: nils.kroemer(at)uni-tuebingen.de
Telefon: +49 228 287 11151
Zur Person
Nils B. Kroemer ist Leiter des neuroMADLAB und W2-Professor für Medizinische Psychologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (seit 2022), wo seine Gruppe an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Leitung: Prof. Dr. Philipsen) angesiedelt ist. Seit 2017 leitet er zudem die Arbeitsgruppe Translationale Psychiatrie an der Eberhard Karls Universität Tübingen, die aus einer IZKF-Nachwuchsgruppe der Medizinischen Fakultät hervorgegangen ist und Teil des Tübinger Zentrums für Psychische Gesundheit ist.
Nils ist Mitglied des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) am Standort Tübingen (seit der Gründung 2023) und Projektpartner des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD).
Forschung
Die Forschung des neuroMADLAB widmet sich den neurowissenschaftlichen Grundlagen von Motivation, Verlangen und zielgerichtetem Handeln. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Gehirn den Wert von Belohnungen berechnet, welche Kosten wir bereit sind zu tragen, um eine Belohnung zu erhalten, und wie sich diese Prozesse bei motivationalen Störungen, wie z.B. bei Anhedonie oder Adipositas, verändern.
Die Gruppe verfolgt dabei einen translationalen Ansatz: Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung werden genutzt, um neue Therapieansätze zu entwickeln und zu evaluieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der transkutanen Vagusnervstimulation (tVNS) als nicht-invasive Methode zur Modulation der Darm-Hirn-Achse und Belohnungsverarbeitung, besonders im Kontext von Appetitregulation und psychischen Erkrankungen. Methodisch arbeitet die Gruppe mit fMRT, Hirnstimulation und computationaler Modellierung.
Die Gruppe vereint derzeit rund 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Hintergründen in Psychologie, Medizin, Biologie und Neurowissenschaften – von Postdocs und Clinician Scientists bis hin zu Doktorand*innen und wissenschaftlichen Hilfskräften (Research Assistants).
Werdegang
Nils studierte Psychologie an der TU Chemnitz und promovierte 2013 an der TU Dresden. Er wurde 2014 mit dem Werner-Straub-Preis für herausragende Promotionen ausgezeichnet. Während seiner Promotion untersuchte er, wie Hunger und Kalorienaufnahme die Verarbeitung von Essensreizen im Gehirn beeinflussen.
Als Postdoktorand an der TU Dresden vertiefte er seine Arbeit zur Handlungssteuerung durch Belohnungen sowie zum Einfluss von Dopamin auf Belohnungslernen. Anschließend forschte er als DFG-Stipendiat am John B. Pierce Laboratory der Yale University in der Gruppe von Prof. Dana Small – einer international führenden Forscherin zur Neurobiologie von Ernährung und Belohnung. Dort untersuchte er, wie Übergewicht und Adipositas die neuronale Antwort auf Nahrungsreize verändern, und analysierte die Rolle von Anstrengung bei der Bewertung von Belohnungen.
2021 habilitierte Nils in experimenteller Psychiatrie an der Universität Tübingen. Seit 2022 hat er den Ruf auf die W2-Professur für Medizinische Psychologie in Bonn angenommen.
Auszeichnungen und Engagement
Nils hat mehr als 75 Arbeiten publiziert, davon mehr als die Hälfte als Erst- oder Letztautor in führenden Fachzeitschriften wie JAMA Psychiatry, Trends in Cognitive Sciences, Biological Psychiatry und Nature Communications.
Zu seinen Auszeichnungen zählen:
- 2014 – Werner-Straub-Preis der TU Dresden für herausragende Promotion
- 2017 – IZKF-Nachwuchsgruppenförderung der Medizinischen Fakultät Tübingen
- 2018 – Publons Peer Review Award für außergewöhnliches Engagement als Gutachter
- 2021 & 2022 – Publikationspreis der Sektionen Biologische Psychologie und Neuropsychologie der Deutschen Psychologischen Gesellschaft
- 2023 – Forschungspreis der DGPPN – eine der renommiertesten Auszeichnungen im deutschsprachigen Psychiatriefeld
Ausgewählte Publikationen
Eine vollständige Publikationsliste findet sich hier.
Schulz C, Klaus J, Peglow F, Ellinger S, Kühnel A, Walter M, Kroemer NB (2026). Blunted anticipation but not consummation of food rewards in depression. Cell Rep Med
Kaduk K*, Käber M*, Kühnel A, Berjano Torrado M, Grahlow M, Derntl B, Kroemer NB (2026). Glucose levels are associated with mood, but the association is mediated by ratings of metabolic state. eBioMedicine
Teckentrup V, Kroemer NB (2024). Mechanisms for survival: vagal afferent control of goal-directed behavior. Trends in Cognitive Sciences, 28: 237–251
Kroemer NB, Opel N, Teckentrup V, Li M, Grotegerd D, Meinert S, Lemke H, Kircher T, Nenadic I, […], Small DM, Dannlowski U, Walter M (2022). Functional connectivity of the nucleus accumbens and changes in appetite in depression. JAMA Psychiatry, 79: 993–1003
Neuser MP, Teckentrup V, Kühnel A, Hallschmid M, Walter M, Kroemer NB (2020). Vagus nerve stimulation increases the drive to work for rewards. Nature Communications, 11: 3555
Persönliches
Wie viele seiner Studierenden und Kolleg*innen bestätigen können, ist Nils ein Verfechter anspruchsvoller statistischer Modellierungen und bekannt für seine nie endende Suche nach der besten Möglichkeit, ein Ergebnis grafisch darzustellen.