Neuroscience of Motivation, Action, and Desire Laboratory, Department of Psychiatry & Psychotherapy, University of Bonn & Tübingen
Wie beeinflusst die Vagusnerv-Stimulation das Verhalten in virtueller Realität bei Angst und Depressionen?
Beeinflussung interner Signale zur Modulation des Annäherungs-Vermeidungs-Verhaltens in virtueller Realität bei Depressions- und Angststörungen (BON008)
Status: Wir bereiten die Studie vor mit Terminen ab Frühjahr 2026. Termine finden online und ggf. am Uniklinikum Bonn und im VR lab statt.
Vagusnerv: Der Vagusnerv verbindet Körper und Gehirn und beeinflusst, wie wir Stress, Emotionen und Motivation erleben. Durch gezielte Stimulation erforschen wir seine Wirkung auf das Annäherungs-Vermeidungs-Verhalten in Virtueller Realität.
Teilnahme: Wir suchen gesunde Erwachsene sowie Personen mit Angst- und/oder Depressionssymptomen, die an unserer Studie teilnehmen möchten. Wir suchen Teilnehmende im Alter von 18 bis 40 Jahren.
Aufwandsentschädigung: Für die Teilnahme an der Online-Studie erhalten Sie 24 €. Diese Auszahlung erfolgt nach Abschluss der Online-Aufgabe, Online-Befragung und eines anschließenden telefonischen Screenings (ca. 30 Minuten). Zusätzlich können Sie an den Vor-Ort-Terminen teilnehmen. In diesem Fall erhalten Sie zusätzlich 126 € sowie bis zu 30 € Bonus für Aufgaben im Labor.
Kontakt: Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme oder weiteren Fragen haben, können Sie uns über das Kontaktformular erreichen. Wir melden uns zeitnah zurück.
Ihr Studienteam
Projektverantwortliche: Dr. Anne KuehnelProjektverantwortliche: Sarah Merklein
Hinweis zur Verarbeitung Ihrer Daten: Die im Formular von Ihnen angegebenen Daten werden von uns ausschließlich für die Beantwortung bzw. Umsetzung Ihrer Anfrage, zur Kontaktaufnahme sowie zur Bereitstellung des direkten Zugangs zum Spiel verarbeitet. Für die Verarbeitung beziehen wir uns auf Art. 6. Abs. 1 lit. a DSGVO, sofern keine anderweitige gesetzliche Grundlage besteht. Eine Weitergabe an Dritte findet grundsätzlich nicht statt. Sie können Ihre erteilte Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Im Falle des Widerrufs werden Ihre Daten umgehend gelöscht. Ihre Daten werden ansonsten gelöscht, wenn wir Ihre Anfrage bearbeitet haben oder der Zweck der Speicherung entfallen ist.
KurzZusammenfassung
Depressionen und Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Konventionelle Behandlungen wie etwa Psychotherapie oder Medikamente zeigen häufig eine begrenzte Wirksamkeit, insbesondere bei starken Symptomen oder komorbiden Beschwerden.
Ein gemeinsamer Faktor vieler psychischer Erkrankungen ist die veränderte Wahrnehmung von Körpersignalen (Interozeption), also beispielsweise Herzschlag, Hunger oder Anspannung. Diese Signale beeinflussen, wie wir Situationen einschätzen und Entscheidungen treffen, beispielsweise ob wir uns etwas annähern oder vermeiden. Dabei spielt der Vagusnerv, der Körper und Gehirn verbindet, eine wichtige Rolle. Diese Verbindung wird bisher therapeutisch kaum genutzt.
Unser Projekt untersucht, ob sich das Gleichgewicht zwischen Annäherungs- und Vermeidungsverhalten bei Personen mit Anhedonie (vermindertem Belohnungserleben) und/oder Angstsymptomen unterscheidet. Weiterhin untersuchen wir, ob sich dieses Gleichgewicht durch die Veränderung körpereigener Signale verändern lässt. Dazu nutzen wir die nicht-invasive Stimulation des Vagusnervs (tVNS) sowie die Veränderung von körperlichen Zuständen, wie beispielsweise Hunger. (Bild von stephan sorkin auf Unsplash)
Zu Beginn führen wir eine Online-Studie durch, in der wir das Lern- und Entscheidungsverhalten sowie die Stimmung und Motivation erfassen. Anschließend laden wir ausgewählte Personen zu weiteren Untersuchungen ein. Diese umfassen Interviews, eine MRT-Untersuchung mit Blutentnahme sowie Aufgaben in virtueller Realität (VR). Dabei untersuchen wir, wie sich das Verhalten in unterschiedlichen Zuständen – etwa bei Hunger oder Sättigung – verändert. Zudem untersuchen wir, wie sich die nicht-invasive Stimulation des Vagusnervs auf das Verhalten auswirkt. In den VR-Aufgaben können sich die Teilnehmenden frei bewegen und selbst entscheiden, ob sie Belohnungen aufsuchen oder Bedrohungen vermeiden möchten. Während der Aufgaben erfassen wir sowohl Verhaltensdaten als auch physiologische Reaktionen (z. B. Herzrate).
Die Studie soll grundlegende Erkenntnisse darüber liefern, ob tVNS das Annäherungs-Vermeidungs-Verhalten bei Symptomen von Angst und Anhedonie modulieren kann.
Informieren Sie sich gern auch über andere Studien bei uns, die tVNS untersuchen:
a. Für Ihre Teilnahme an der Online-Studie erhalten Sie 24 €. Diese Auszahlung erfolgt nach Abschluss der Online-Aufgabe, Online-Fragebögen und eines telefonischen Screenings (ca. 30 Minuten), das prüft, ob Sie für weitere Studienteile geeignet sind.
Wenn Sie zusätzlich an den Vor-Ort-Terminen teilnehmen, erhalten Sie weitere 126 €, plus bis zu 30 € Bonus für die Bearbeitung von Aufgaben im Labor.
Wie viele Termine hat die Studie?
a. Die Studie besteht aus einer Online-Studie (inklusive eines kurzen telefonischen Screenings) und optionalen Vor-Ort-Terminen.
Online-Teil: ca. 90 Minuten verteilt auf 10 Tage + 30 Minuten Telefoninterview
Vor-Ort-Teil: 3-4 Labortermine von jeweils etwa 2-2,5 Stunden.
Wer kann teilnehmen?
a. Wir suchen gesunde Erwachsene sowie Personen mit Angst- und/oder Depressionssymptomen im Alter von 18 bis 40 Jahren. Alles Weitere besprechen wir mit Ihnen bei dem telefonischen Gespräch zur Prüfung der Eignung für eine vor-Ort Teilnahme nach der Online-Teilnahme.
Wie läuft die Online-Studie ab?
Sie erhalten Zugang zu einem Portal, in dem Sie über 10 Tage täglich ein ca. 10-minütiges Spiel spielen und anschließend einen Online-Fragebogen ausfüllen. Sobald diese ausgefüllt ist, vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin zum telefonischen Gespräch, nach welchem Sie entweder auch an den Laborterminen teilnehmen oder aber die Auszahlung des Online-Teils erhalten.
Wie läuft die Labor-Studie ab?
a. Sie werden zu vier Terminen eingeladen:
1) Standardisiertes Interview, das auch in der klinischen Praxis verwendet wird, um mögliche Symptome zu erfragen
2) Blutentnahme und MRT-Messung. Im MRT bearbeiten Sie eine Aufgabe, in der Sie Entscheidungen treffen, um sich für Belohnungen anzustrengen oder Bestrafungen zu vermeiden (Griffkraft).
3+4) Wir messen Ihr Vermeidungs- und Annäherungsverhalten in der virtuellen Realität während nicht-invasiver Vagusnerv-Stimulation (tVNS). Dabei sollen Sie in einer Umgebung mit potenziell gefährlichen Tieren Belohnungen sammeln. In einer kurzen Pause erhalten Sie bei den beiden Terminen einen Milchshake.
Ihre in den Aufgaben erspielten Gewinne bekommen Sie am Ende zusätzlich zu der Aufwandsentschädigung ausgezahlt.
Kann ich auch nur an dem Online-Teil der Studie teilnehmen?
Ja, Sie können nur an dem Online-Teil nehmen und keine weiteren Termine wahrnehmen.
Kann ich auch nur an dem Labor-Teil der Studie teilnehmen?
Eine reine Labor-Teilnahme ist nicht möglich.
Besteht eine Garantie, dass ich nach der Online-Teilnahme auch zu den Labor-Terminen eingeladen werde?
Nein, es besteht keine Garantie für die anschließende Teilnahme an den Laborterminen. Die Eignung wird im telefonischen Interview geprüft. Sofern keine Teilnahme bei uns möglich sein sollte, können wir Sie aber in unser Kontaktverzeichnis aufnehmen, sofern Sie Interesse an der Teilnahme bei anderen oder zukünftigen Studien haben.
Was ist Vagusnerv-Stimulation? Gibt es Nebenwirkungen bei der Stimulation?
Bei dieser Studie werden wir Ihren Vagusnerv nicht-invasiv mit Hilfe eines externen Stimulationsgerätes am Ohr mit elektrischen Impulsen stimulieren.
Der Vagusnerv ist ein Hirnnerv und sendet Signale von den inneren Organen an das Gehirn. Ein Teil des Vagusnervs verläuft hierbei am Ohr und kann über die elektrische Stimulation gezielt angeregt werden. Somit können wir die Auswirkung der Vagusnerv-Stimulation auf Verhalten untersuchen. Die Vagusnerv-Stimulation ist ein etabliertes Therapieverfahren und wird aktuell vor allem bei der Behandlung von Epilepsie und Depression eingesetzt. Eine neue Generation von Geräten ermöglicht nun die nicht-invasive Stimulation am Ohr. Das Gerät ist vom Hersteller zur Anwendung bei der Behandlung von Depressionen CE-zertifiziert. Erste klinische Studien haben auch andere Anwendungsbereiche untersucht und eine sehr gute Verträglichkeit des Verfahrens bestätigt. Die Elektrode zur Stimulation hat etwa die Form eines Hörgeräts und wird am Ohr befestigt.
Die Vagusnerv-Stimulation am Ohr wird durch ein leichtes Kribbeln oder Prickeln an der entsprechenden Stelle zu spüren sein. Die Stimulationsstärke richtet sich aber nach der individuellen Empfindsamkeit und wir stellen sicher, dass es nie unangenehm wird. Der Hersteller des Geräts nennt als mögliche Nebenwirkungen ein leichtes Stechen oder leichte Schmerzen an der Stimulationsstelle. Durch die Stimulation des Vagusnervs kann das vegetative Nervensystem und Herz-Kreislauf-System beeinflusst werden, was zu verschiedenen möglichen Nebenwirkungen führen kann, wie Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwindel, Taubheitsgefühl, vorübergehende Hörproblem, ungewöhnliche Empfindungen, Durchfall, Innenohrentzündungen und Herzrhythmusstörungen. Bei körperlich gesunden Menschen sind aktuell keine langanhaltenden Nebenwirkungen bekannt. Wir überprüfen Ihre Eignung für die Vagusnerv-Stimulation vor Studienstart auf individueller Basis und beobachten mögliche auftretende Nebenwirkungen während Ihrer Studienteilname in direkter Rücksprache mit unserer Studienärztin.
Was ist Magnetresonanz-Tomographie (MRT)?
In dieser Studie möchten wir ebenfalls Informationen über die Vorgänge im Gehirn sammeln und wenden dafür Magnetresonanz-Tomographie (MRT) an. Die MRT ist ein medizinisches Bildgebungsverfahren zur Darstellung von Organen und Geweben, aber mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen, die für den Körper nicht wahrnehmbar sind. Aus der Wechselwirkung von Magnetfeldern und Radiowellen werden Bilder des Kopfes errechnet.
Magnetresonanz-Tomographie (Beispielbild)
Was ist zu den Studienterminen zu beachten?
Bei den Studienterminen ist zu beachten, dass Sie zu einem Termin nüchtern kommen müssen (MRT). Zu den Virtual Reality Terminen sollten Sie hungrig kommen. Was genau zu beachten ist, besprechen wir mit Ihnen beim Telefongespräch.
Was brauche ich für die Online-Teilnahme?
Sie benötigen ein funktionierendes Smartphone, Tablet, Laptop oder PC.