neuroMADLAB gewinnt Publikationspreis der Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie

Im Rahmen der Psychologie und Gehirn (PuG) Konferenz, die dieses Jahr in Tübingen ausgerichtet wurde und online stattfinden musste, wurde ein hochdotierter Forschungspreis für unsere Arbeit verliehen. Monja Neuser gewann den 22. jährlichen Publikationspreis der Fachgruppe Biologische Psychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie 2021. Herzlichen Glückwunsch Monja und allen Beteiligten!

Ausgezeichnet wurde unsere Arbeit zu nicht-invasiver elektrischer Stimulation des Vagusnervs. In einer Stichprobe von 81 gesunden und hungrigen Studienteilnehmenden konnten wir zeigen, dass die Vagusnerv-Stimulation die Motivation erhöht, um für Belohnungen zu arbeiten. Diese Arbeit demonstrierte somit erstmals einen wichtigen Mechanismus der Verhaltenssteuerung beim Menschen, der zuvor bereit im Tiermodell dargelegt werden konnte. Die Veröffentlichung ist Teil einer Reihe von Arbeiten, die in den letzten Monaten aus unserem Projekt zu den Auswirkung der Vagusnerv-Stimulation am Ohr auf Motivation, Stimmung und Aktivität des Verdauungstrakts hervorgegangen ist.

Wir hoffen, dass wir mit der Veröffentlichung einen wichtiger Beitrag zum grundlegenden Verständnis von physiologischen Prozessen bei der Steuerung der Belohnungsverarbeitung liefern können. Folglich kann mit unseren Erkenntnissen der Einsatz der Vagusnerv-Stimulation möglicherweise in Zukunft im Bereich von Störungen der Motivation oder Regulation des Körpergewichts schnelle eine Unterstützung bieten.

Monja Neuser ist seit 2018 Doktorandin in der Arbeitsgruppe und forscht an den neuronalen und psychologischen Grundlagen von Belohnungsverhalten. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Bereich der Binge Eating Störung, bei der die Betroffenen unter einem Kontrollverlust ihres Essverhaltens leiden, der bisher kaum verstanden ist.

Die Arbeit wurde 2020 in Nature Communications veröffentlicht und ist hier abrufbar: https://www.nature.com/articles/s41467-020-17344-9

Zu viel oder zu wenig Belohnung durch Essen: Warum essen wir mehr als wir sollten?

Lesezeit ~5min

Viele Dinge im Leben sind einfach zu beschreiben – und doch umso schwieriger zu verstehen. Ein solcher offensichtlicher Fakt ist, dass wer mehr Kalorien konsumiert als er verbrennt, dadurch zunimmt. Über einen langen Zeitraum kann dies schließlich zu Übergewicht oder gar Fettleibigkeit (Adipositas) führen. Aber was verursacht den übermäßigen Konsum, der den rasanten Anstieg von Adipositas in den vergangenen Jahrzehnten anzutreiben scheint?

Intuitiv verlockt erst einmal die Annahme, dass man überisst, weil das Essen so gut schmeckt. Um die Ursachen dieser gesteigerten Lust zu erforschen, präsentiert man in wissenschaftlichen Studien Hinweisreize, die mit Essen assoziiert sind und verfolgt, wie das Gehirn diese Reize verarbeitet. Solche Hinweisreize reichen von Fotos von ansprechendem Essen bis hin zu einfachen geometrischen Formen, die die Verabreichung von Schoko-Milchshakes im Magnetresonanztomographen ankündigen. Viele Studien haben eine gesteigerte Gehirnantwort auf solche essensbezogenen Hinweisreize in den „Belohnungszentren“ bei übergewichtigen und adipösen Personen beobachtet. Dies wurde dann als ein gesteigertes Verlangen interpretiert, das durch die Aussicht auf Essen ausgelöst wird. „Zu viel oder zu wenig Belohnung durch Essen: Warum essen wir mehr als wir sollten?“ weiterlesen

DAAD RISE: Willkommen, Naria!

Es ist uns eine Freude, ein neues Mitglied des NeuroMADLABs vorstellen zu dürfen: Eine Studentin, gefördert durch das DAAD RISE (Research in Science and Engineering) wurde erfolgreich in unserer Arbeitsgruppe platziert.

Naria Quazi ist Bachelorstudentin an der University of California, Berkeley. Durch ihr Studium in Neurobiologie und Psychologie, hat Naria eine Faszination dafür entwickelt, wie das Gehirn auf molekularer und Verhaltensebene funktioniert. Sie wird unserTeam für den Sommer 2018 unterstützen.

Der neuroMADLAB Jahresrückblick

Das Lab verabschiedet sich nun bald in die Feiertage und wir dachten, es ist Zeit, einen Blick zurück in das vergangene Jahr (das erste Lebensjahr vom neuroMADLAB) zu werfen, unsere persönlichen Meilensteine zu sammeln und hier zu teilen.

Wir wünschen viel Spaß mit dem Jahresrückblick, der brandneuen Website und schöne Feiertage! Bis nächstes Jahr!

  • 01/01: Der offizielle Startschuss für die Nachwuchsgruppe am Uniklinikum Tübingen!
  • 09/01: Okay, wir sind hier in Süddeutschland, da arbeitet natürlich niemand vor dem 06/01
  • 18/01: Nils moderiert den ersten Journal Club in der AG Translationale Psychiatrie. Zeit für eine ganze Menge fMRT und natürlich anregende Diskussionen über Statistik!
  • 07/02: Monja beginnt ihre Master Arbeit im neuroMADLAB
  • 01/04: Vanessa tritt der Arbeitsgruppe als Doktorandin bei
  • 28/06: Nils hält einen Vortrag auf der OHBM
  • 19/07: Nils erhält Fördermittel für eine Nachwuchsgruppe in der Psychiatrie vom Uniklinikum Tübingen
  • 14/08: Der erste Proband für die tVNS Studie wurde gemessen

  • 22/08: Ellie tritt der Arbeitsgruppe, dank Vanessa, als unser persönlicher MATLAB-gesteuerter Süßigkeitenspender bei. Happy Birthday, Kumpel!
  • 21/09: Nils hält einen Vortrag im Neuroeconomics Seminar an der Universität Zürich
  • 27/09: Vanessa erhält ein Stipendium im Fellow-Programm Freies Wissen von Wikimedia Deutschland, dem Stifterverband und der Volkswagenstiftung
  • 29/09: Nils erhält Fördergelder von der Else Kroener-Fresenius Stiftung
  • 01/10: Caro tritt der Arbeitsgruppe als Doktorandin bei
  • 01/10: Franzi tritt der Arbeitsgruppe als Medizindoktorandin bei
  • 02/10: Wir nehmen den Einfluss von körperlicher Anstrengung auf die Wahrnehmung von Belohnungen sehr ernst: Die neuen Arbeitsgruppenmitglieder werden mit frischem, handgemahlenem Kaffee gefeiert!
  • 25/10: Monja & Vanessa sind Gastgeber des ersten Promovierendenstammtischs (ProSt)
  • 07/11: Der erste release der fmreli toolbox, unserer ersten open source Ressource, um die Reproduzierbarkeit von fMRT Daten zu verbessern
  • 07/11: neuroMADLAB hat endlich einen Namen bekommen. Und einen twitter handle. Was für ein Tag 🙂
  • 09/12: Inoffizieller launch von neuroMADLAB.com
  • 15/12: Caro zeigt mal wieder ihr Können bei der Aufnahme und Verarbeitung von Bildgebungdaten. Auf einer ganz anderen Ebene als sonst. Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte (dabei sieht man uns das Frösteln gar nicht an).