Aktuell

Welche Prozesse im Gehirn verursachen Essanfälle?

Auch 2021 noch: Versuchsteilnehmende für Studie zu Essverhalten gesucht

· Was hat die Belohnungsverarbeitung im Gehirn mit dem Essverhalten zu tun?
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Gibt es Unterschiede in der Belohnungsverarbeitung zwischen Menschen, die von Essanfällen berichten, und Menschen mit regulärem Essverhalten?
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Welche Veränderungen in der Gehirnaktivität und Hormonhaushalt hängen mit der Entstehung von Essanfällen zusammen?

Diese und viele weitere Fragen werden in dem aktuellen Forschungsprojekt zu Binge-Eating und neuronale Variabilität untersucht. Das Projekt wird durchgeführt als Kooperation der Arbeitsgruppen von Dr. Nils Kroemer, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum Tübingen, und von Professorin Jennifer Svaldi, Abteilung Klinische Psychologie und Psycho­therapie der Universität Tübingen.

Trotz der aktuellen Beschränkungen durch die COVID-19 Infektionen suchen wir weiter Teilnehmende mit und ohne Essanfälle. Sollten weitere Kontaktbeschränkungen zu einer Unterbrechung der Laboruntersuchungen führen, können Teilnehmende bereits von zuhause aus den Online-Teil der Studie absolvieren (Lesen Sie hier mehr zu unserer App Influenca).

Psychologin Monja Neuser im diagnostischen Gespräch während des ersten Studientermins zur Studie zu Essanfällen und neuronale Variabilität.
Die Studie wird durchgeführt von der Arbeitsgruppe Neuroscience of Motivation, Action, & Desire Laboratory der Klinik für Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum Tübingen und der Abtielung für Klinische Psychologie und Psychitherapie der Uni Tübingen.
Psychologin Monja Neuser im diagnostischen Gespräch während des ersten Studientermins der Studie zu Essanfällen und neuronale Variabilität. ©Wiebke Ringels


Hintergründe zur Essanfallsstörung

Die Binge-Eating-Störung, auch Essanfallsstörung genannt) wurde erst 2013 als offizielle klinische Diagnose anerkannt und hat sich anschließend schnell als häufigste aller Essstörungen herauskristallisiert. Die Betroffenen leiden an wiederkehrenden Essanfällen, bei denen Sie einen Kontrollverlust über die Menge und Art des Essens erleben und häufig trotz fehlenden Hungergefühls bis zur Übelkeit weiteressen. Die Essanfälle, die manchmal mehrmals in der Woche auftreten, hängen oft zusammen mit Adipositas und weiteren Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder psychischen Erkrankungen, wie der Depression. Trotz Therapieoptionen, wie zum Beispiel Psychotherapie, erleiden Menschen mit Binge-Eating häufig Rückfälle. Wir möchten die Grundlagen der Erkrankung erforschen um daraus Erkenntnisse zu gewinnen, die helfen können die Behandlung von Essanfällen zu verbessern.

Kriterien für die Studienteilnahme:

– Alter zwischen 18-69 Jahren
– Normal- oder Übergewicht
– Normale Sehkraft (oder korrigiert durch Brille/Kontaktlinsen)
– keine Schwangerschaft
– keine MRT-Kontraindikation (z.B. Platzangst oder nicht entfernbare Metallteile im/am Körper wie Implantate, Schrauben, Piercings)
– keine akute oder chronische Erkrankung, insbesondere: Herzkreislauferkrankungen oder Epilepsie

Was beinhaltet die Studienteilnahme?

Die Studie umfasst die Teilnahme an einem browserbasierten Online-Spiel (mind. 30 x 15 min). Im Anschluss finden zwei Studientermine im Labor statt.
Beim ersten Studientermin finden ein diagnostisches Gespräch, Verhaltenstestung am PC und ein Geschmackstest statt.
Der zweite Studientermin beinhaltet Blutentnahmen zu vier Zeitpunkten (jeweils ca. 30 ml) – dafür wird zu Beginn ein venöser peripherer Venenkatheter in die Ellenbeuge gelegt. Außerdem werden wir die Gehirnaktivität mittels einer MRT-Messung untersuchen.

Für die Studienteilnahme gibt es eine Aufwandsentschädigung von 70-100€. Sollten Sie Interesse haben, an der Studie teilzunehmen, können Sie sich direkt über unser Kontaktformular bei uns melden. Wir vereinbaren dann mit Ihnen einen Termin für ein telefonisches Vorgespräch um alle Ein- und Ausschlusskriterien zu besprechen.
Sie können uns auch telefonisch erreichen unter: +49 7071 / 29 – 62496

Wir testen wieder!

Unser Maskottchen Trippi ist gesund und freut sich auf euch!

Dafür haben wir ein Sicherheits- und Hygienekonzept entwickelt, das seit Fortführung unserer Testungen im Mai, bereits zum Einsatz gekommen ist. Unsere Sicherheitsvorkehrungen beinhalten unteranderem das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und die regelmäßige Händehygiene, in Form von Händedesinfektion. Außerdem klären wir vor Studienbeginn bereits anamnestisch ab, ob Erkältungssymptome oder Kontakte zu positiv getesteten Personen in den letzten zwei Wochen bestanden und messen die Temperatur mit einem infrarot Fieberthermometer. So können wir mit einem guten Gefühl in die Labortestungen starten.

Aktuell suchen wir nach Versuch(ungs)personen zu Studien über Essanfälle (mehr dazu hier) und über Depressionen. Hierbei sind wir auch an gesunden Studienteilnehmenden interessiert!

Sie haben Interesse an einer Studienteilnahme?

Dann nutzen Sie unser Kontaktformular oder schreiben Sie eine E-Mail an neuromadlab@klinikum.uni-tuebingen.de.

Studie am Universitätsklinikum Tübingen: Zu Essanfällen und Gehirnaktivität

Studienteilnehmende gesucht

Am Universitätsklinikum Tübingen wird derzeit eine neue wissenschaftliche Studie durchgeführt, bei der Prozesse im Gehirn untersucht werden, die die Entstehung von Essanfällen beeinflussen. Für die Studie suchen wir aktuell noch freiwillige Teilnehmende mit und ohne Essanfälle.

Worum geht es bei der Studie?

Essanfälle sind ein weit verbreitetes Phänomen und ein zentrales Symptom bei einigen Essstörungen, wie zum Beispiel der Binge-Eating-Störung. Bisher ist noch sehr wenig darüber bekannt, welche Prozesse im Körper, und vor allem im Gehirn, zur Entstehung solcher Essstörungen und Essanfällen führen. In dieser aktuellen Studie am Universitätsklinikum Tübingen möchten wir dieser Frage nachgehen.

Wir untersuchen Menschen, die an wiederkehrenden Essanfällen leiden und vergleichen sie mit gesunden Kontrollpersonen. Die Studie umfasst zwei Termine an der Universität bzw. dem Universitätsklinikum Tübingen, an denen Verhaltenstests, Blutuntersuchungen und eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden. Außerdem wird ein Teil der Studie über Online-Erhebungen (z.B. am eigenen Computer oder Smartphone) durchgeführt. Insbesondere der Teil der Online-Erhebung kann bereits jetzt während der Zeit des Distanzhaltens unbedenklich ganz einfach von zuhause aus durchgeführt werden.

Lesen Sie hier die ausführliche Studieninformation mit weiteren Details zum Studienablauf und den verwendeten Methoden.

Auch Personen ohne Essanfälle können teilnehmen

In unserer Studie sollen Menschen mit Essanfällen verglichen werden mit Kontrollpersonen, die keine Essanfälle haben. Teilnehmen können sowohl Personen, die wiederkehrende Essanfälle haben, als auch Personen, die nicht unter Essanfällen leiden. Die Teilnahme wird mit einer Aufwandsentschädigung vergütet.

Wie kann ich teilnehmen?

Bei Interesse an einer Studienteilnahme oder Fragen wenden Sie sich bitte an neuromadlab@klinikum.uni-tuebingen.de oder nutzen Sie das Kontaktformular auf dieser Seite. Wir senden Ihnen zunächst eine ausführliche Studieninformation zu. Danach führen wir mit Ihnen ein kurzes telefonisches Vorgespräch (ca. 20 min) um die Ein- und Ausschlusskriterien für die Studienteilnahme zu besprechen.

Weitere Informationen zu der App finden sie außerdem auf unserer Internetseite unter neuromadlab.com/de/influenca.

Springe zu: Wie kann ich teilnehmen?

Zu viel oder zu wenig Belohnung durch Essen: Warum essen wir mehr als wir sollten?

Lesezeit ~5min

Viele Dinge im Leben sind einfach zu beschreiben – und doch umso schwieriger zu verstehen. Ein solcher offensichtlicher Fakt ist, dass wer mehr Kalorien konsumiert als er verbrennt, dadurch zunimmt. Über einen langen Zeitraum kann dies schließlich zu Übergewicht oder gar Fettleibigkeit (Adipositas) führen. Aber was verursacht den übermäßigen Konsum, der den rasanten Anstieg von Adipositas in den vergangenen Jahrzehnten anzutreiben scheint?

Intuitiv verlockt erst einmal die Annahme, dass man überisst, weil das Essen so gut schmeckt. Um die Ursachen dieser gesteigerten Lust zu erforschen, präsentiert man in wissenschaftlichen Studien Hinweisreize, die mit Essen assoziiert sind und verfolgt, wie das Gehirn diese Reize verarbeitet. Solche Hinweisreize reichen von Fotos von ansprechendem Essen bis hin zu einfachen geometrischen Formen, die die Verabreichung von Schoko-Milchshakes im Magnetresonanztomographen ankündigen. Viele Studien haben eine gesteigerte Gehirnantwort auf solche essensbezogenen Hinweisreize in den „Belohnungszentren“ bei übergewichtigen und adipösen Personen beobachtet. Dies wurde dann als ein gesteigertes Verlangen interpretiert, das durch die Aussicht auf Essen ausgelöst wird. „Zu viel oder zu wenig Belohnung durch Essen: Warum essen wir mehr als wir sollten?“ weiterlesen

DAAD RISE: Willkommen, Naria!

Es ist uns eine Freude, ein neues Mitglied des NeuroMADLABs vorstellen zu dürfen: Eine Studentin, gefördert durch das DAAD RISE (Research in Science and Engineering) wurde erfolgreich in unserer Arbeitsgruppe platziert.

Naria Quazi ist Bachelorstudentin an der University of California, Berkeley. Durch ihr Studium in Neurobiologie und Psychologie, hat Naria eine Faszination dafür entwickelt, wie das Gehirn auf molekularer und Verhaltensebene funktioniert. Sie wird unserTeam für den Sommer 2018 unterstützen.